Offenbach am Main – 3. März 2026
Langley unterstützt die Restrukturierung im Rahmen eines Schutzschirmverfahrens
Die Manroland Sheetfed GmbH, der angeschlagene deutsche Druckmaschinenhersteller gab heute bekannt, dass mit finanzieller Unterstützung der Muttergesellschaft Langley Holdings plc ein Schutzschirmverfahren eingeleitet wurde.
Die Umstrukturierung erfolgt im Rahmen eines sogenannten „Schutzschirmverfahrens“ – einem Verfahren, das dem Chapter 11 in den USA ähnelt
Trotz eines technologisch fortschrittlichen Produktportfolios sind die Umsätze des Druckmaschinenherstellers in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen, und die Verluste stetig gestiegen sind.
Der Rückgang ist in erster Linie auf einen stark schrumpfenden Markt für Druckmaschinen zurückzuführen. China, das historisch gesehen rund 40 % der Verkäufe neuer Druckmaschinen ausmachte, ist am stärksten betroffen
Langley hat das Unternehmen seit der Übernahme der Bogenoffset-Sparte der ehemaligen Manroland AG aus der Insolvenz im Februar 2012 finanziell erheblich unterstützt.
In seinem Jahresbericht und Jahresabschluss 2025 gab der diversifizierte Maschinenbaukonzern in Familienbesitz bekannt, dass die Verluste von Manroland Sheetfed allein für das Jahr 2025 43,2 Millionen Euro betrugen. Dennoch erzielte der Konzern für das Jahr einen Gewinn vor Steuern in Höhe von 152,3 Millionen Euro.
Der Chairman und CEO Anthony Langley erklärte in seinem Jahresbericht: „Der Vorstand ist zu dem Schluss gekommen, dass die Situation [bei Manroland Sheetfed] nicht nachhaltig ist, und prüft derzeit die möglichen Optionen.“
Herr Langley fährt fort: „Wir sind uns jedoch bewusst, dass sehr viele Druckereien, darunter überwiegend private KMU, auf Manroland-Druckmaschinen angewiesen sind und es ist unser Ziel, dass unabhängig von der Lösung für die wir uns letztendlich entscheiden, die installierte Basis weiterhin langfristig unterstützt wird.“
Eine nachhaltige Umkehr der externen Faktoren ist in absehbarer Zukunft nicht zu erwarten und es ist eine umfassende strukturelle Neuausrichtung erforderlich, damit Manroland Sheetfed wieder in die Gewinnzone zurückkehren kann, wenn auch in deutlich reduziertem Umfang.
Im Rahmen des Schutzschirmverfahrens bleibt die Geschäftsführung für die Führung des Unternehmens verantwortlich, wobei ein vom Gericht bestellter neutraler Sachwalter das Verfahren begleitet.
Externe Restrukturierungs- und Rechtsexperten der Kanzleien SGP Schneider Geiwitz und BUSE unterstützen die Geschäftsführung als Generalbevollmächtigte.
Neben dem Anwalt für Unternehmensrestrukturierungen Prof. Dr. Peter Fissenewert von BUSE und Oliver Brückner von SGP Schneider Geiwitz ist der Restrukturierungsexperte Arndt Geiwitz einer der Generalbevollmächtigten.
Herr Geiwitz sagte: „Ich sehe bei Manroland Sheetfed ein tragfähiges Kerngeschäft, allerdings müssen wir drastische und weitreichende Maßnahmen umsetzen, dann hatdie Restrukturierung eine Chance auf Erfolg. Dies wird auch durch ein unabhängiges Gutachten bestätigt.“
Mirko Kern, CEO von Manroland Sheetfed, sagte: „Es ist bedauerlich, dass sehr viele Arbeitsplätze verloren gehen werden, aber ich appelliere an den Betriebsrat und die Gewerkschaften mit uns zusammenzuarbeiten, um die Maßnahmen umzusetzen, die wir und die Restrukturierungsexperten als notwendig erachten, um ein tragfähiges Geschäft zu erreichen und die verbleibenden Arbeitsplätze zu erhalten.
Über das Schutzschirmverfahren
Das Schutzschirmverfahren ähnelt dem Chapter 11 in den USA. Es handelt sich um eine Variante der vorläufigen Selbstverwaltung die in § 270d (vormals 270b) der Insolvenzordnung (InSo) geregelt ist. Es ermöglicht einem Unternehmen, sich zu restrukturieren, während die Geschäftsführung die Kontrolle behält und nicht durch einen vom Gericht bestellten Verwalter ersetzt wird.
Über Manroland Sheetfed
Manroland Sheetfed GmbH ist ein führender deutscher Hersteller von Bogenoffsetdruckmaschinen. Das 1871 gegründete Unternehmen ist einer der ältesten Hersteller von Druckmaschinen weltweit. Heute verfügt das Unternehmen über Vertriebs- und Serviceniederlassungen in über 40 Ländern und ist weltweit ein Synonym für höchste Qualität und Zuverlässigkeit. Die Manroland Sheetfed GmbH wurde im Februar 2012 von Langley Holdings plc übernommen.
Über Langley Holdings
Langley Holdings plc ist ein in Privatbesitz befindlicher britischer Maschinenbau- und Industriekonzern, der hauptsächlich Investitionsgüter für verschiedene Märkte weltweit herstellt. Die Unternehmen von Langley sind entweder absolute Marktführer oder nehmen in ihren jeweiligen Bereichen eine starke Nischenposition ein und bieten fortschrittliche Technologien in einem lösungsorientierten Ansatz. Der Konzern ist in drei Hauptbereichen tätig: Energielösungen, Drucktechnologien und verschiedene Industriezweige. Die Gruppe ist in Deutschland, Italien, Frankreich, Großbritannien und Norwegen tätig und verfügt über 18 Produktionsstätten in Europa, Skandinavien, Großbritannien und den USA. Die Gruppe hat weltweit mehr als 90 Vertriebs- und Serviceniederlassungen und beschäftigt über 5.000 Mitarbeiter. Langley Holdings wurde 1975 vom derzeitigen Chairman und CEO Anthony Langley gegründet und befindet sich nach wie vor vollständig in Familienbesitz.